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Bewältigen der Heraufsorderungen beim Starten eines Drohnenprogramms für die Öffentliche Sicherheit

Das Lynwood Fire Department zeigt den Nutzen von Drohnen für kleine bis mittlere Dienststellen

By Hailey Peng Hailey Peng
Dezember 13, 2020

Im Herbst 2017 hatte sich ein bewaffneter mutmaßlicher Täter in einem Vorort von Peru, Illinois in einem Privathaus verschanzt, nachdem er zuvor auf Polizisten geschossen hatte. Die offensichtliche emotionale Instabilität des Verdächtigen, die Tatsache, dass er als ehemaliger Armeeangehöriger Erfahrung mit Sprengstoff hatte, und die Gefahr von selbstgebastelten Sprengfallen rund um das Haus verschlimmerten die Situation noch. Mehr als 150 Sicherheitsbeamte umstellten das Haus. Die taktischen Teams und das Einsatzkommando hatten immerhin das Glück, dass der Verdächtige verhandlungswillig war.

officers and the armed suspect negotiate at night

Anfordern von Unterstützung

Im Laufe des Tages wurde es für den Leiter des Einsatzkommandos immer klarer, dass die hereinbrechende Nacht die Situation nur erschweren würde. Er fragte also sein Team, welche Optionen sie hatten. Feuerwehrhauptmann Ed Rogers vom Utica Fire Department dachte sofort an das Lynwood Fire Department und dessen Einsatzprogramm für unbemannte Flugsysteme (UAS). Wärmebildtechnik in Verbindung mit einer guten Sicht auf das Haus würde zu einer genauen Einschätzung der Situation beitragen, falls der Verdächtige zu fliehen versuchen würde. 

Nachdem man Leutnant Keenan Newton, den UAS-Koordinator des Lynwood Fire Department angerufen hatte, traf dieser kurz vor Einbruch der Dämmerung am Einsatzort ein. Während er und sein Team die Ausrüstung abluden, teilte der Verdächtige dem Verhandlungsführer mit, dass der Akku seines Mobiltelefons fast leer sei. Die verhandelnden Beamten wussten, dass sie weiterhin mit dem Verdächtigen reden mussten, um eine friedliche Lösung zu erreichen. Die Lage war angespannt. Alle wussten, dass die Situation eskalieren würde, wenn der Verdächtige kein neues Mobiltelefon bekommen würde. Es musste etwas geschehen.

Der erste Versuch, ein Mobiltelefon per Polizeiroboter zu übergeben, scheiterte. Es gab ein technisches Problem. Der Einsatzleiter wendete sich an Hauptmann Rogers und fragte, ob das Mobiltelefon mit einer Drohne transportiert werden könnte. „Natürlich, wir sind schließlich von der Feuerwehr“, erklärte Hauptmann Rogers.

Keenan Newton machte sich sofort an die Arbeit. Mit Hilfe eines Abwurfsystems, eines bei Zustellungen verwendeten ferngesteuerten Abwurfmechanismus auf einer DJI M600 Pro-Drohne, würde er versuchen, das Mobiltelefon in das Badezimmerfenster des Verdächtigen zu schwingen. Zwei Drohnen vom Typ Inspire 1 flogen in der Nähe, um den Abwurf zu überwachen bzw. zu lenken und anschließend die Zustellung zu bestätigen. Das Mobiltelefon wurde an einem Seil befestigt, und wenige Minuten später schwebte die Drohne bereits über dem Haus. Vorsichtig platzierte Keenan Newton das Mobiltelefon unmittelbar vor dem Fenster und schwenkte es in Richtung Badezimmerfenster, bis der Verdächtige es greifen konnte. 

M600 Pro drop mechanismOperating from above

„Ich habe das Mobiltelefon von der Drohne gelöst, und fünf Stunden später hat er sich ohne Gewalt ergeben“, erläutert Keenan Newton.

„Man könnte das eine lebensrettende Aktion nennen. Es gab schon viele ähnliche Vorfälle, die so weit eskaliert sind, dass sowohl die Verdächtigen als auch die Beamten in Lebensgefahr schwebten. Leben zu retten und Gefahr abzuwenden sind entscheidende Vorteile, wenn wir Drohnen in unserer Dienststelle haben“, kommentiert Keenan Newton.

Bescheidene Anfänge

Selbst wenn Keenan Newton und das Lynwood Fire Department in dieser Nacht gute Arbeit geleistet haben, war Feuerwehrhauptmann John Cobb ursprünglich gegenüber dem UAS-Programm eher skeptisch eingestellt. „Damals habe ich Drohnen eher als Spielzeug abgetan, statt sie als funktionellen Teil unserer Arbeit zu betrachten“, meint Hauptmann Cobb. 

 

Während einer Such- und Rettungsaktion im Dezember 2016 hatte er dann Gelegenheit, seine Meinung zu ändern. Ein Fahrzeug mit zwei Personen kam von der Straße ab und fiel in ein Rückhaltebecken. Ein vorbeikommender Augenzeuge stoppte sein Fah

Lynwood sent multiple rescue teams and methods

rzeug und eilte an das nahe Ufer. Bevor er den Zugang erreichte, warf er noch einen Blick zurück, nachdem er gehört hatte, dass einer der Autoinsassen versuchte, aus dem Wasser zu kommen, und für sich und seinen Freund um Hilfe rief. Der Augenzeuge eilte zu seinem Auto, um einen Notruf abzusetzen. Als er aber zurück zum Wasser kam, war der Mann nicht mehr zu sehen. Das

Lynwood Fire Department reagierte sofort und forderte Taucher und zusätzliche Wasserrettungskräfte der umliegenden Ortschaften an. Die Stadt Chicago schickte einen Hubschrauber, um die Suche zu unterstützen. Dieser hatte jedoch keinen Erfolg und kehrte zurück, als ihm der Treibstoff ausging. Der Feuerwehrhauptmann rief dann Keenan Newton an. 

 

Newton kam mit seiner Drohne zur Unglückstelle und startete sie innerhalb von wenigen Minuten, wobei er die Suche dort fortsetzte, wo der Hubschrauber abbrechen musste. Im Laufe des Nachmittags fanden die Taucher schließlich den Wagen, mussten aber noch das zweite Unfallopfer finden. Es wurde schnell 

kälter, weshalb sich die gebrochene Eisdecke wieder schloss. Bei Einbruch der Nacht wurde die Bergungsaktion eingestellt. Am nächsten Morgen nutzte Keenan Newton

Drones flying to the rescueseine Phantom 3 Pro, um eine Karte des Unfalls zu erstellen. Mit Hilfe der Karte wollte man den wahrscheinlichsten Ort für die Suche nach dem zweiten 

Unfallopfer bestimmen. Als die Bergungsarbeiten sicher wieder aufgenommen werden konnten, wurde das zweite Unfallopfer innerhalb von 30 Minuten entdeckt. Wegen des gefährlich kalten Wetters und der Gefahren, die das Tauchen unter Eis mit sich bringt, hätte dies sonst mehrere Tage in Anspruch genommen. Wichtiger ist aber, dass Hauptmann Cobb dadurch seine Einstellung gegenüber Drohnen revidiert hat und Keenan Newton beauftragte, ein UAS-Programm für seine Dienststelle aufzubauen.

 

Schwierigkeiten bei der Finanzierung

Das Programm mit einem begrenzten Budget zu finanzieren, war die erste Herausforderung, der sich das Lynwood Fire Department gegenübersah, was im Übrigen für viele kleine und mittlere Dienststellen gilt. Eine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen, waren Spenden und Zuwendungen. Ein Bewohner der Gemeinde stellte dem Lynwood Fire Department seine erste Drohne zur Verfügung, und bis zum heutigen Tag wird das Programm maßgeblich durch Spenden finanziert.

Diese großzügigen Spenden machten sich mit der Zeit bezahlt. Die genannten Aktionen mit der Mobiltelefonübergabe und der Wasserbergung bewiesen nicht nur den Wert von Drohnen bei der täglichen Arbeit, sondern dienten auch als wichtige Erfahrung für die Zukunft. Nach mehreren erfolgreichen Missionen wurde das Drohnen-Programm ausgebaut, wofür das Lynwood Fire Department mehr finanzielle Mittel erhielt. Aktuell hat es drei Drohnen, die regelmäßig im Einsatz sind, darunter auch eine DJI M600 Pro, eine sehr große und robuste Drohne, die für gewerbliche Zwecke entwickelt wurde. 

Lynwood sets up drone operations

„Ein UAS-Programm ins Leben zu rufen, kann für eine Behörde schwierig sein. Das Steuern eines DJI-Fluggeräts gehört dabei noch zu den leichteren Übungen. Der Umgang mit Vorbehalten, das Nachweisen eines Nutzens und das Eintreiben von finanziellen Mitteln sind die eigentlichen Probleme“, meint Keenan Newton. „Wenn man fest von etwas überzeugt ist, sollte man es aber auch durchziehen. Man muss auf kreative Weise Unterstützung suchen und jede Gelegenheit nutzen, um zu zeigen, wie nützlich die Drohnen sind.“

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Der Nutzen einer Drohne für die öffentliche Sicherheit

Der Erfolg, den das Lynwood Fire Department mit seinem UAS-Programm verzeichnet, symbolisiert einen anhaltenden Trend im Bereich der öffentlichen Sicherheit. Viele kleine bis mittlere Dienststellen begreifen jetzt, dass ein Drohnen-Programm selbst mit begrenzten Mitteln oder anfänglicher Skepsis nicht ganz ausgeschlossen ist. Wie bereits oben dargelegt, beweist die Drohne ihren Wert mit der Zeit bei der Arbeit am Einsatzort. Sehen Sie sich die Geschichte des Lynwood Fire Department an:

DJI arbeitet regelmäßig mit kleinen und mittleren Dienststellen wie Lynwood zusammen, indem wir Schulungsprogramme und praktisches Training für Drohnen-Technologie und F&E anbieten. Um mehr über vergangene Projekte zu erfahren, lesen Sie unser DJI Enterprise White Paper

Drohnen verändern die Art und Weise, wie Behörden der Öffentlichkeit dienen ‒ im Großen wie im Kleinen. Wenngleich Drohnen im Bereich öffentliche Sicherheit bereits erste Erfolge vorweisen können, erkunden unternehmungsfreudige Behörden und Dienststellen deren Einsatz bereits in anderen Bereichen, vom Transportwesen und öffentlichen Arbeiten bis zu Planungs- und Umweltdienstleistungen. Um weitere Informationen über den Aufbau eines Drohnen-Programms und das Erlernen von bewährten Verfahren zu erhalten und genau zu wissen, wie Sie Drohnen nutzbringend für Ihre Gemeinde einsetzen können, laden Sie diesen umfassenden Bericht herunter.

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Tags: Public Safety

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